History and dust Georg *18.08.1929 † 04.04.1969

April 3rd, 2014

Scan 2                                                                                                                                                              Seven he was, when Pauline, his jewish mom took her life, thirtynine he was, when he hang himself on Good Friday, ten I was then, he was my dad. Magdalena Gross, daughter of Isaak Gross and Rahel Matzner, his grandma. Rahel was born in Oświęcim and died before these little Austrian came to power. That and that her family had a Liqueur distillery give`s me some pleasure.

Shuddering under autum stars

Oktober 29th, 2013

on a flying carpet

Returns the night and suffers with. Sounds to disappearance. Brigitte: Fender Telecaster. Eva: Selmer Alt-Sax.

Paul McCartney zu Jim Capaldi: Now they can sue us. (Nun können sie uns verklagen.)

Mai 11th, 2011

Jim Capaldi und Rene Tinner besuchten Paul McCartney. Jim will wissen, wie Paul an die ganzen Beatles Aufnahmen für die Anthology gekommen ist, denn einige Titel davon gab es vorher nie offiziell als Platte zu kaufen. Raubkopien eben. Paul erklärt, „from the internet“. Lachen. „Now they can sue us“ – die hübsche Idee, dass die Diebe nun diejenigen verklagen können, die sich ihr Eigentum zurückholten, sorgt für eine recht erfrischende Heiterkeit.

Jim Capaldi? Wunderbarer Songwriter, leider verstorben. Er schrieb für Traffic The low spark of high heeled boys –  Reebop Kwaku Baah spielt hier mit. 1983 nahm er mit Stefan Krachten und Helmut Zerlett im CAN Studio das schönwunderige Masimba bele auf. Reebop, der übrigens echtes Soul food kochen konnte,  verstarb im gleichen Jahr an Weihnachten in einem Stockholmer Studio.

„Mein richtiges Herz, das ist anderwärts, irgendwo, im Muschelkalk. Joachim Ringelnatz

Mai 13th, 2010

Neuss 1

Ich bin eine alte Kommode. Oft mit Tinte oder Rotwein begossen; Manchmal mit Fußtritten geschlossen. Der wird kichern, der nach meinem Tode mein Geheimfach entdeckt. – Ach Kind, wenn du ahntest, wie Kunitzburger Eierkuchen schmeckt! Das ist nun kein richtiger Scherz. Ich bin auch nicht richtig froh. Ich habe auch kein richtiges Herz. Ich bin nur ein kleiner, unanständiger Schalk. Mein richtiges Herz, das ist anderwärts, irgendwo, im Muschelkalk. …Joachim Ringelnatz nannte seine Liebste „Muschelkalk“. „Mein richtiges Herz“- neben den Hafis Gedichten das Lieblingsgedicht meines Vaters. Und so bekam er von Sibylle, die so sehr kämpfen musste einen Pfarrer+Friedhof zu finden, die ihn in die Erde liessen, den Muschelkalk Grabstein. Eine letzte Liebesgabe, sozusagen. Das Nutzungsrecht für das Grab ist abgelaufen und dann landen die Reste bekanntlich auf einer Art Friedhofsmüllkippe. Merci an Wolfgang Weyrauch, der feine Steinmetzmeister aus Bielstein, der den Stein abholen, ihn säubern wird und zu mir an die belgische Grenze bringt. Merci Wolfgang.


Neunzehnhundertneunundsechzig, das Jahr, in dem sie den Mond beflaggten. Das Jahr, in dem er verschwand. Karfreitag, schöner Tag, schön ruhig, schön zum Ausschlafen.


Nina Simone. Die schwarze Prinzessin

März 4th, 2010

Karl, ein Musikfreund aus den USA empfahl einen achtminütigen Radiobeitrag über Nina. Merci to Karl.

Abgeschrieben. Rainer Baginski.

Februar 27th, 2009

Mail von Rainer Baginski, Februar 2007

Habe Dir zur Abwechslung was aus der Zeitung abgeschrieben, weil manchmal andere Leute etwas einfach besser können als unsereines. Das folgende ist ein Gedicht von Yehuda Amichai, einem Israeli.

Wenn ich sterbe

Wenn ich sterbe, dann möchte ich, dass nur Frauen während der Chevra Kadisha mich berühren.Und mit meinem Körper machen, was ihnen beliebt, meine Ohren säubern von den letzten Worten, die ich vernahm, von meinen Lippen wischen die letzten Worte, die ich sagte, die Ansichten löschen, die ich mit meinen Augen sah, meine sorgenvolle Stirn glätten
und meine Arme über der Brust falten wie die Ärmel eines Hemdes nach dem Bügeln. Mein Fleisch mit duftendem Öl besänftigen, um mich für einen Tag zum König des Todes zu salben und in meinem Beckenrund wie in einer Fruchtschale Hoden und Penis, Nabel und gekräuseltes Haar ordnen
Zu einem prunkvollen Stilleben aus einem vergangenen Jahrhundert,
einem richtig reglosen Leben auf dunklem Samt, und mit einer Feder die Öffnung von Mund und Anus kitzeln, um herauszufinden Regt er sich noch?
Und bald lachen, bald weinen und eine letzte Massage verabreichen,
sodass es von ihren Händen durch mich an die ganze Welt weitergegeben wird bis zum Ende aller Tage. Und eine von ihnen wird singen “Herr, erbarme Dich unser”, mit süßer Stimme singen “Barmherziger Leib”,
um Gott daran zu erinnern, dass Erbarmen aus dem Leib kommt, wirkliches Erbarmen, wirklicher Leib, wirkliche Liebe, wirkliche Anmut. Das ist es, bei meinem Leben, was ich mir im Tod wünsche, im Leben, bei meinem Leben.

Finde ich überwältigend schön und kein bißchen traurig.

Josef Brodsky

Juli 13th, 2008

Brodsky schrieb Venedig Literatur Fondamenta degli Incurabili, Ufer der Unheilbaren – würde ich es übersetzen. Heißt aber: Ufer der Verlorenen; dabei fühlt man sich als Leser so gar nicht verloren in diesem Werk. Ein Satz daraus „Das Schiff fuhr langsam durch die Nacht, wie ein schlüssiger Gedanke durch das Unbewußte“. Man könnte versucht sein, sofort nach Venedig reisen zu wollen. Eine Empfehlung, wählen Sie auch Brodsky`s bevorzugten Venedig Monat. Das gleiche für den Osten: Erinnerungen an St. Petersburg. Der Nobelpreisträger zum Hören. Merci Youtube, Club der toten Dichter.