Blässe

Bernward Malaka, Brigitte Bühler, Xao, Eva G. Lieben Sie Saxophon, Venus in der Oper, EMIL 1

Alexander von Borsig, Arleen Schloss, Eva G. Düsseldorf

Arleen, Eva SO 36, Berlin

BLÄSSE (Düsseldorf) : „Live“

1980/Klar!80/81 Buhuu 8

Geniale C-30 der Band

„Cassetten als Medium für Unfertiges, Freies oder Unverkäufliches. Blässe(Eva Maria Gössling-Sax,Xao-S.Drums und Synthie und Brigitte Bühler-Gitarre und Baß)haben die atmosphärischen improvisierten, tastenden Anfänge ihrer Zusammenarbeit auf Tape gebannt. Lange, monotone, repetitive Figuren, darüber das Saxophon stets Ängste artikulierend, spitz und fragil. Der Umgang mit Intensitäten,der Aufbau der vier langen Stücke erinnert an Free Jazz der Mittsechziger. Das vierte Stück, das als einziges 1981 aufgenommen wurde(„Taktlose Klapperschlange“)fällt auf. Hier spielen vor allem Gitarre und Saxophon viel mutiger und selbstvergessener und wenn man nach einer gradezu berstenden Phase plötzlich in die Stille fallengelassen wird…“ Diederich Diederichsen aus Sounds 5/81

Josef Brodsky

Brodsky schrieb Venedig Literatur Fondamenta degli Incurabili, Ufer der Unheilbaren – würde ich es übersetzen. Heißt aber: Ufer der Verlorenen; dabei fühlt man sich als Leser so gar nicht verloren in diesem Werk. Ein Satz daraus „Das Schiff fuhr langsam durch die Nacht, wie ein schlüssiger Gedanke durch das Unbewußte“. Man könnte versucht sein, sofort nach Venedig reisen zu wollen. Eine Empfehlung, wählen Sie auch Brodsky`s bevorzugten Venedig Monat. Das gleiche für den Osten: Erinnerungen an St. Petersburg. Der Nobelpreisträger zum Hören. Merci Youtube, Club der toten Dichter.

Say it in a way, its never been said before…

Bill Bernbach, plausibel wie immer: Just be sure your advertising is saying something with substance, something that will inform and serve the consumer, and be sure your are saying it like it`s never been said before. Hier ein einfaches Beispiel: TZ Anzeige für Persil/Deutscher Supermarkt, von 1986, was man der Anzeige nicht anmerkt. Schuld daran ist nur der Bernd Kreutz, ein wunderbarer Art Direktor und ebensolcher Typograph, gekonnt ist eben gekonnt.

Advertising is like love…

…the more you analyse it, the faster it disappears. Bill Bernbach. Heute sollte man eine Mafo-Agentur haben, erzählte mir vor einigen Tagen eine selten freundliche Agenturinhaberin. Wieso? Für Mafo wird mittlerweile mehr Geld ausgegeben, als für die Entwicklung von Kampagnen. Dabei wissen wir doch alle, in einer Testsituation sind die wenigsten authentisch. Sagen nicht das, was sie wirklich denken und fühlen. Ein Test ist die Hochzeit des Über-Ich, nicht des Es. Richtig große Kampagnen wie z.B. der Persil Onkel, Jägermeister, Fiat Panda, also Kampagnen über die man sprach, die etwas bewirkten, wurden entweder gar nicht getestet, 40 Testpersonen – hahaha, oder fielen durch und wurden trotzdem geschaltet. Wieso? Weil die Verantwortlichen sich auf ihr gutes Bauchgefühl verliessen. Advertising is like love…. und ich behaupte, deswegen ist Werbung heute zum Großteil auch noch grottenschlechter als vor zwanzig Jahren. There is no love anymore, only jung, dynamische BWler, well educated, sitting in an ivory tower.  

Einfache, subtile Markensignale sind im Stande Handlungen auszulösen. Dieser Ablauf dringt nicht in das Bewusstsein vor und es ist auch nicht möglich Auskünfte darüber zu geben (Scheier, Held, Was Marken erfolgreich macht (2007) S.55 f, Haufe). Und: wie kann man etwas testen, über das keine Auskunft gegeben werden kann? Please tell me.